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settergeschichten

Teilnahme-Bericht von der Jagdmeisterschaft St. Hubertus des Gordon Setter Clubs Deutschland e.V.
Autorin: Monika Lüers


"Du bist Jägerin? Dann komm doch mit deinem Gordon-Setter nach R... zur St. Hubertus Club-Jagdmeisterschaft im Herbst. Was du da machen musst? Das gleiche, wie wenn du mit deinem Hund alleine auf die Niederwildjagd gehst. Sinnvoll ist auch, wenn du über die aktuellen Jagdzeiten informiert bist. Da kann auch jemand bestehen, der gar kein Wild vor die Flinte bekommen hat."

st hubertusDas waren die ersten kurzen Informationen, die ich über diese spezielle Prüfung von einem Hundeführer bekommen habe. Natürlich gibt es noch eine Reihe mehr Aspekte, die in die Bewertung einer Club-Jagdmeisterschaft St. Hubertus mit einfließen. Also begann ich mich näher in den älteren Ausgaben des Clubhefts zu informieren und studierte dort die recht ausführlichen Richterberichte, um mir ein Bild davon zu machen, was mich so erwarten könnte.

Zusätzlich besuchte ich nun häufiger auch den Schiessstand in meiner Nähe und ich konnte mit den Ergebnissen auf dem Skeetstand durchaus zufrieden sein. Motiviert und bestens vorbereitet wollte ich dieses Jahr zum Anlass nehmen, mir und meinem Gordon-Setter zu beweisen, dass wir ein tolles Gespann auf der Jagd sind, was wir auch schon auf so manchen Treibjagden gezeigt hatten.

Oh, hoppla! Die St. Hubertusprüfung ist am Freitag, ich bin von Samstag ausgegangen, da wäre ich glatt zu spät gekommen. Gerade noch rechtzeitig bemerkt. Zum Glück liegt R... bei mir "gleich um die Ecke", nur knapp 2 Stunden Fahrtzeit, sonst sind meine Fahrtstrecken zu den Prüfungen erheblich länger, im Norden ist in der Beziehung leider nicht viel los.

Treffen im Hotel M. in Ostr..., 8:00 Uhr. Es gibt erst mal Frühstück. Insgesamt erschienen noch 2 Hundeführer, Michael und Sven mit 4 genannten Hunden.

Rechnen:    Michael = 2 Hunde = 2 Chancen,
Sven = 2 Hunde = 2 Chancen,
Ich = 1 Hund = 1 Chance.

Die Richter: A.B., G.B. und O.H.. Erst einmal wurden die Impfpässe der Hunde, die Jagdscheine und wichtig: die Waffenbesitzkarte kontrolliert. Minuspunkt bei Michael = Waffenbesitzkarte fehlte. Noch gar nicht richtig angefangen und schon im Minus.

Das Losen der Reihenfolge war bei drei Hundeführern überflüssig. Ich war als Dritte dran. So fuhren wir ins Revier und trafen uns mit dem Revierinhaber Herrn S. Dieser zeigte den Richtern das zugewiesene Gelände und wir sahen ihn erst wieder beim Mittagessen im Suchenlokal. Sehr unkompliziert, großzügig und vertrauensvoll dieser Mann, das ist nicht immer selbstverständlich.

Nachdem meine beiden Mitstreiter mit ihren jeweils ersten Hunden ohne Flintenschuss und Beute zurückkamen, war ich als Nächste dran. Die Jagdausrüstung wurde kontrolliert: Sicherheitsweste für Hund und Jägerin = vorhanden. Rucksack, Hühnergalgen, Jagdmesser = vorhanden. Flinte geöffnet und Lauf nach oben. Zusätzlich sollte ich noch meine Munition bezeichnen. Dann schnell ein Foto und ab ins Revier. Freigegeben war übrigens alles, was der Jagdschein hergab, außer Schalenwild natürlich und Fasanenhennen.

Erst einmal das Revier und Schussfeld abchecken: Blick rundherum, vor mir liegt ein kurzes Maisstoppelfeld, links schmale Strasse, gelegentlich ein Auto und Fußgänger, rechts dichtes Feldgehölz mit Wanderweg, geradeaus Abhang mit Fischteich und Achtung: Angler. Auch die Richter nicht übersehen. Das ist wirklich kein einfaches Gelände.

Meine Hündin "Vitesse" geschnallt und auf geht’s. So wie ich es von ihr kenne sucht sie mit vollem Eifer, rasantem Tempo und hohem Risiko das Feld, die Hecken, den Fischteich ab, rechts rüber zum nächsten Maisstoppel, läuft über einen Wall, ich hinterher, sehe sie an einem anderen Teichufer kurz vorstehen. Achtung Enten!!! Nein, doch nicht -  Fasan!!! Ich schau mich um, wo sind die Richter? Und schon ist der Hahn weg. Chance nicht wahrgenommen = minus 15 Punkte. So gesehen wäre es besser gewesen, es wäre eine Fasanhenne gewesen.

fasan

Weiter geht’s! Am Uferrand sticht meine Hündin einen Hasen aus der Sasse, dieser läuft direkt auf mich zu, ich kann nicht schießen, weil der Hund im Schussfeld ist. Aber der Hase drückt sich vor mir, ich versuche mich seitlich an ihn heran zu pirschen, in dem Moment dreht dieser sich um und läuft über den Wall und weg ist er. Die Chance wird mir aus Sicherheitsgründen nicht zum Nachteil angerechnet, weil der Hund dahinter war. Mein Adrenalinspiegel ist auf vollen Touren. Wäre schön, wenn ich noch mal aus dem Minuskonto rauskomme.

Das Gelände wird unübersichtlicher, ich kämpfe mich durch Brombeeren, Hecken und Schilf. Jetzt muss ich öfters pfeifen, um den Kontakt zu meinem Hund nicht zu verlieren. Wie gesagt, sie heißt "Vitesse", und ihr größtes Ziel ist, möglichst schnell an Wild zu kommen, notfalls auch ohne mich. Auch die Richter haben beim Durchgehen des Geländes ihre Schwierigkeiten.

20 Minuten sind um, aber die Hündin ist nicht zu sehen. Wir gehen noch mal durch Brennnessel und Brombeeren weiter um den Teich, aber nichts zu finden. Ich pfeife, nichts. Meine Überlegungen: Entweder Vitesse steht vor oder sie ist nicht mehr hier im Gelände. Die Richter erlauben mir, trotz der abgelaufenen Zeit noch weiter zu gehen.

st hubertusWas ist das? Eine gelbe Warnweste? Da, der erste Fasanhahn geht hoch, ruhig anlegen, mitschwingen und …Schuss, im gleichen Moment geht der zweite Fasanhahn hoch und… Schuss. Wahnsinn, Dublette! Aber nein, keinen von beiden habe ich getroffen. Auweia! Das bedeutet rein rechnerisch:    

1. Schuss vorbei = minus 8 Punkte;
2. Schuss = wie 1. Schuss = noch mal minus 8 Punkte.

Habt ihr mitgerechnet? Drei mal minus = immer noch minus. Ist auch nicht so wichtig, die Fasane sind unbeschossen und gesund weggekommen. Außerdem freue ich mich, dass meine Hündin recht gehabt hat und so bombenfest vorgestanden hat. Danach gingen Michael und Sven noch mal mit ihren jeweils 2. Chancen ins Revier. Auch Michael schoss einmal vorbei und Sven hatte, wie sich später herausstellte, "zum Glück keine Gelegenheit".

Zum Mittagessen und zur Preisverleihung mit Besprechung trafen wir uns dann alle wieder im Suchenlokal. Es gab Snirtjebraten, das ist in Ostfriesland ein Regionalgericht aus Schweinefleischstücken, mit Kartoffeln, Rotkohl, dazu werden Rote Beete, Gewürzgurken, Kürbisstücke, Zwiebeln gereicht. Sehr abwechslungsreich und schmackhaft.

Bei der Preisverleihung trug ich natürlich mit meinem hohen Minuskonto zur Belustigung aller Beteiligten bei. Allerdings hatten ja meine Mitjäger Michael und Sven auch kein Waidmannsheil, aber darüber half abends dann in geselliger Runde der leckere Mirabellenlikör hinweg. Insgesamt war es ein schöner und ereignisreicher Jagdtag. Gratulation noch mal an Sven zu seinem ersten Platz mit seinem Hund und vielen Dank an die Richter für ihr Engagement und an Herrn S. für das mit reichlichem Wildbesatz  zur Verfügung gestellte Revier.

Waidmannsheil und hoffentlich bis zum nächsten Jahr!

Monika Lüers


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