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rebhuhn

Reiseberichte

Jagd-WM 2013

jagd-wm 2013

Eine ganz besondere Veranstaltung steht vor der Tür: die Jagd-Weltmeisterschaft 2013 in Nin (Kroatien).

EU-Championat 2012

gordon setter gruppe

Drei Wochen Training, Prüfungen und das Europa-Championat für Gordon Setter in Frankreich - da kann man einiges erzählen...

Training in Kroatien

vorstehen setter

Für eine Woche mal eben 1.400 km nach Kroatien zum Trainieren? Klar doch! ... und darüber haben wir Tagebuch geführt.

Beitragsseiten

Wie bereitet man sich auf ein Ereignis von internationalem Rang wie die Jagd-WM vor, wenn man mit seinem Hund die Gelegenheit erhält, daran teilzunehmen? Meiner Meinung nach am besten direkt vor Ort.

Ich habe daher ein fast 3-wöchiges Training in Kroatien mit den Hunden eingeplant. Im ersten Teil werden wir 12 Tage an der Mittelmeerküste in der Nähe von Zadar trainieren und anschließend noch 5 Tage im Landesinneren auf Fasanenjagd gehen.

Mein Hauptaugenmerk gilt meiner Gordon Hündin Darci, die als Teil der deutschen Mannschaft bei den britischen Vorstehhunden an der Jagd-WM teilnehmen darf. Selbstverständlich soll auch Tiia von den Trainingsmöglichkeiten profitieren. Außerdem haben wir noch die kleine Bones (eine knapp 6-monate junge Irish Setter Hündin) eingepackt; sie soll erste Erfahrungen am Niederwild sammeln. Mein alter Bube Kjell komplettiert meine Hundemannschaft.

revier



Während ich diese Zeilen schreibe, befinden wir uns schon seit bereits 5 Tagen an unserem Zielort in der Nähe von Zadar. Kroatien empfing uns mit Regen. Die weitere Wettervorhersage war leider auch nicht besonders erfreulich;  es sollte die gesamte erste Woche wechselhaft und regnerisch bleiben.

In den ersten drei Tagen hatten wir mit diesen Bedingungen ordentlich zu kämpfen. Ob man mit dem Hund einfach nur mal Gassi ging, oder mit ihm ins Gelände zum Arbeiten: man wurde garantiert nass. Dies hatte zur Folge, dass auch das Auto nicht nur von außen, sondern auch von innen nass war, die Hundedecken, die Hundeboxen - ach, einfach alles war feucht. Die einzig trockene Stelle war in der ersten Zeit unser Appartement. Glücklicherweise sind die Temperaturen durchgehend mild (17-20°C) und ab dem 4. Tag zeigte sich hier und da auch mal die Sonne und die Regenschauer ließen merklich nach.

Kroatien


Die feuchten Bedingungen bewirken, dass man mit dem Auto nicht allzu weit ins Revier vordringen kann, weil die Wege unbefahrbar sind. Es heißt daher, mit jedem Hund bis an den Revierabschnitt laufen, um passend in den Wind an den gewünschten Startpunkt zu gelangen.

Das Revier präsentiert sich so, wie ich es bereits in den Jahren zuvor kennengelernt habe: Altgras-Flächen, so weit das Auge reicht mit einigen Abschnitten, die auch noch mit dichtem Buschwerk durchsetzt sind.

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  • Revieransicht
  • Revieransicht
  • Revieransicht


johanniskrautVielerorts sieht man gelbblühende Sträucher, die einen aromatischen Duft abgeben (vermutlich handelt es sich um eine Johanniskraut-Art).

Die hüfthohen Büsche sind zwar dekorativ, leider aber äußerst hinderlich, wenn man seinen Hund hindurchschickt. Kommt er zum Vorstehen, sieht man ihn einfach nicht. So manches Mal war ich dieser Tage am Suchen und wusste nur "in etwa" in welcher Richtung der Vierbeiner entschwunden war …

Der Sandboden im Terrain ist sehr feucht und das Wasser steht teilweise in Pfützen auf dem Gelände.  Durch die Größe des Terrains ist es ohnehin schon schwierig, im Herbst Wild zu finden, denn die Rebhühner haben sich schon in Ketten zusammengefunden und die Fasane sind in der Lage, pfeilschnell auf und davonzurennen, so dass der Hund sie nicht festmachen kann. Kommt noch Regen hinzu, wie in unserem Fall, dann wird es noch schwieriger, weil sich die Tiere in trockenere Abschnitte verziehen.

Da ist es Gold wert, wenn man einen kundigen Revier-Führer hat. Er weiß, in welchen Ecken des Reviers man gute Chancen hat, Federwild zu finden. Ich bin unserem Revierführer daher sehr dankbar, dass er uns so lotst, so dass es uns gelingt, die Hunde täglich an Wild zu bringen.

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Darci schließt mit ihrer Arbeit nahtlos an das Vorjahr an: jeden Tag findet sie in den Trainingsgängen nicht nur Fasane und/oder Rebhühner, sondern auch hier und da eine Wachtel. Jegliches Federwild steht sie sehr sicher vor und wartet brav, bis ich an sie herantrete. Ein Nachziehen ist häufig nicht nötig, weil das Wild schon zumeist vorab abstreicht (wegfliegt). Auch dann verhält sich Darci mustergültig, d.h. sie macht keinerlei Anstalten, hinter dem Wild hinterherzuhetzen. Auch der Schuss aus der Schreckschuss-Pistole verleitet sie nicht, hinterherzugehen.

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Es macht mir Freude mit dem Mädi zu arbeiten: wir gehen fast lautlos durch das Revier, ich muss sie weder anleiten, noch irgendwie auf sie einwirken und nur ganz selten nach ihr Pfeifen – sie macht einfach alles richtig: die Wendungen fast immer in den Wind, die Suchen-Schleifen dem Gelände angepasst und sie gibt mir immer das Gefühl, dass sie mit mir zusammen arbeitet. Da machen sich die Erfahrungen, die sie in den letzten Jahren sammeln konnte, scheinbar doch bezahlt. Ich bin gespannt, ob Darci diese Art der Arbeit in der nächsten Zeit bis zu unserem anvisierten Ziel (die Teilnahme an der Jagd-WM in rund 3 Wochen) beibehält.

Tiia ist in ihrer Arbeit noch nicht so beständig. Zwar gelingt es ihr, am 1. Tag ein schönes Vorstehen an einer Kette Rebhühner zu zeigen, dafür versiebt sie in den nächsten zwei Tagen jede Gelegenheit, die sich ihr an diesen Tieren bietet. Mal rennt sie in die Kette Hühner einfach rein (zuckt noch nicht einmal kurz, um anzudeuten, dass sie vorhanden sind) mal hetzt sie die Hühner, ohne sie vorher vorgestanden zu haben. Erstaunlicherweise punktet sie jedoch mehrmals sehr sicher Fasane und steht auch durch, so dass ich sie anleinen kann. Ich bin schon ein wenig am Rätsel-raten, warum sie solche Unterschiede macht, zumal sie im Vorjahr sehr gut Rebhühner vorgestanden hat.

tiia feldsuche


Doch bekanntlich ist jeder Tag anders und am 4. Tag macht sie auf große Entfernung einen fantastischen Punkt an einer großen Kette Rebhühner und wiederholt das Ganze auch am nächsten Tag – ich bin wieder beruhigt: sie kann doch auch Rebhühner vorstehen, durchstehen und vor allen Dingen: nicht hetzen! Die Erfahrung, dass es sich nicht lohnt, Federwild zu verfolgen, hat sie ja in diesem Gelände bereits im letzten Jahr machen können; scheinbar musste sie sich nur mal wieder daran erinnern …

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Der dritte Hund in der Trainingsrunde ist die junge Bones. Vor der Reise war die Frage, ob und wie ein Hund in diesem Alter – sie ist knapp 6 Monate alt – von solch einem Training profitieren kann. Um es vornweg zu sagen: Ein solch junger Hund hat in diesem Gelände alleine auf dem Feld keine Chance, Wild zu finden, denn es läuft durch die Beunruhigung einfach davon. Der Junghund benötigt daher die Unterstützung eines erfahrenen Hundes oder eine Gelegenheit, bei der wir (die Menschen) das Federwild sehen und wissen, wo es sich aufhält und ihn gezielt zu dieser Stelle führen können.

Ich lasse Bones daher jeden Tag entweder mit Kjell, Darci  oder auch mit Tiia zusammen im Feld laufen.  Anfänglich weiß die junge Hündin noch nicht so recht, was das Ganze zu bedeuten hat, aber sie rennt erst einmal die ein oder andere Schleife willig mit dem erwachsenen Hund mit.

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Bereits am ersten Tag ergibt sich für sie die Gelegenheit an Hühnern: Tiia steht vor, Bones sieht die vorstehende Hündin, rennt neugierig zu ihr hin (was macht die da?), an ihr vorbei und in unmittelbarer Nähe streicht eine Kette Hühner ab. Das findet Bones selbstverständlich so interessant, dass sie diese ein gutes Stück des Weges verfolgt. An einem weiteren Tag schicke ich Kjell zur Suche und er kommt zum Vorstehen. Dieses Mal nimmt Bones die Witterung deutlich wahr (gut zu sehen an ihrer Nase, die sie hoch in die Luft nimmt) und geht dem interessanten Geruch gezielt nach. Erneut gehen unmittelbar vor ihr und dem vorstehenden Kjell Hühner raus. Mit Begeisterung und Passion hetzt sie hinterher – jedoch nicht allzu lange und weit, denn die Tiere sind recht schnell außer Sicht.

Bei einer anderen Gelegenheit überquert für uns sichtig ein Fasan aufreizend langsam den Weg, bevor er seitlich im Gelände verschwindet. Schnell nehme ich Bones "an die Hand" und dirigiere sie in diese Richtung. Und siehe da: sie nimmt interessiert Witterung auf, macht einige kleine Schleifen und bewirkt, dass der Fasan aufsteigt. Heidewitzka – das macht dem jungen Hund Spaß!

junghund suche

Nach diesen Erlebnissen ist Bones eine deutliche Änderung in ihrem Verhalten anzumerken, wenn man mit ihr und einem weiteren Hund ins Feld geht: die junge Hündin jagt nun nicht mehr Vögelchen am Horizont oder versucht Schmetterlinge zu erhaschen, sondern durchquert zügig das Gelände. Offensichtlich hat sie den Zusammenhang zwischen Suchen und Finden hergestellt.

irish setter

Es klappt nicht immer, den jungen Hund im Gespann mit einem erwachsenen Hund an Wild zu bringen, aber häufig nimmt Bones nun die Platzwitterung wahr und erscheint überaus motiviert, die Tiere zu finden, die diesen verführerischen Duft abgeben. Ihre Instinkte scheinen nun geweckt … Ich bin gespannt, wie es mir ihr weitergeht.



Ein wahrlich genialer Trainingsabschnitt nähert sich seinem Ende. Morgen wechseln wir das Revier und fahren in ein ca. 400 km entferntes Gelände, wo es möglich ist, mit den Hunden auf Fasanenjagd zu gehen.

Das Wetter war unbeständig. Oftmals war es bewölkt und regnerisch bei Temperaturen um die 18-20°C. Zeigte sich zwischendurch die Sonne, wurde es sogleich recht warm – an manchen Tagen zu warm für die Hunde, die nun auch von der Arbeit ein wenig müde sind. Wir legten deshalb zwischendurch gelegentlich einen halben Tag Trainingspause ein, fuhren ein wenig an der Küste entlang und ließen die Hunde am Strand laufen.

  • Strandansichten
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Ansonsten waren unsere Trainings-Tage gut strukturiert:

7.15 Uhr Aufstehen, mit den Hunden an den Strand zum kleinen Gassi-Gang,
8.00 Uhr Frühstück,
9.00 Uhr Abfahrt ins Revier,
gegen 13.00 Uhr Mittagessen,
am Nachmittag erneut ins Revier,
um 20.00 Uhr gab  es Abendessen.


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Die Rahmenbedingungen waren demnach fast immer gleich, die Erlebnisse im Revier hingegen unterschiedlich. Es gab Situationen und Augenblicke, die so toll sind, dass ich sie  nicht in Worte fassen kann.

Wie soll ich es beschreiben, wenn meine kleine wilde Tiia in rasantem Tempo durch das Altgras pflügt, in einer Drehung einen Hauch Witterung erhascht, wie festgenagelt plötzlich vorsteht und noch keine 5 Sekunden später unmittelbar vor ihr ein Kette Hühner rausgeht?

gordon setter vorstehen


Oder wie soll ich die Spannung vermitteln, wenn Darci vorsichtig durch das Gelände schleicht, um dann schlussendlich einen Fasan dazu zu veranlassen, mit lautem "go-gock" abzustreichen? Das sind einfach schöne Erlebnisse mit dem Hund.

Die Arbeit mit meinen Hunden in diesem wilden, natürlichen Gelände und das zahlreiche Vorkommen von Federwild war super und sucht seinesgleichen.

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Neben zahlreichen Situationen, in denen Darci oder Tiia wunderschönes Vorstehen zeigen konnten, durchstanden, wir gemeinsam nachzogen und Fasane oder Rebhühner vor uns hochingen, gab es auch selbstverständlich auch Situationen, die nicht so einfach zu bewältigen waren.

So waren beispielsweise die Fasane schwierig festzumachen. In manchen Fällen dauerte es einfach zu lange, bis ich – durch den dichten Bewuchs behindert – den vorstehenden Hund (Darci oder Tiia) erreichen konnte, so dass der Fasan in vielen Fällen auf und davongerannt war.

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Bei einer Gelegenheit sah ich beispielsweise Tiia vorstehen und unser gemeinsames Nachziehen ähnelte eher einem Wettrennen, um den Fasan der vor uns herrannte hochzumachen. Es war phänomenal zu beobachten, mit welcher Geschwindigkeit ein Fasan laufen kann – es war uns in dieser Situation nicht möglich, ihn dazu zu bewegen, aufzusteigen.

Die Rebhühner hingegen stiegen immer sehr frühzeitig auf. Die geringste Beunruhigung veranlasste die Tiere, davonzufliegen, ohne dass der Hund die Gelegenheit bekam, sie anzuzeigen. Umso erstaunlicher war es, dass die Hunde teils auf große Entfernung die scheuen Tiere wittern und dann auch noch vorstehen konnten.

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Außerdem gab es hier auch noch wilde Wachteln zu finden, doch lediglich Darci war in der Lage, sie einwandfrei zu punkten – die kleinen Vögelchen geben wenig Witterung ab, kommen einzeln vor und drücken sich sehr tief in den Bewuchs. Es war in allen Fällen für mich ein besonderes Erlebnis, wenn eine Wachtel aufstieg und pfeilschnell das Weite suchte.

Zweifelsohne hat die junge Irish Setter Hündin Bones am meisten von diesen Tagen profitiert. Ihr ist die Entwicklung, die sie aufgrund der Erfahrungen, die sie in diesem wildreichen Revier sammeln konnte, am deutlichsten anzumerken. Ging sie anfänglich noch verspielt durch das Gelände, zeigt sie nun eine ernsthafte Suche. Es gelang uns sehr häufig, sie an Federwild zu bringen, an einem Tag hatte sie neben Fasanen, Rebhühnern und einer Wachtel auch Hasenkontakt. Und kurioserweise war es ihr sogar gelungen, einen kranken Fasan zu fangen. Das motiviert!

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Am Rande des eigentlichen Trainingsgeschehens gab es noch eine Begegnung, die ich hier auch noch festhalten möchte: Am Strand sprach mich eine nette Spaziergängerin an und bot mir ihren ca. 6-8 Monate alten English-Setter-Mischling an. Sie selbst hatte ihn halbverhungert auf der Straße aufgelesen. Die junge Hündin ist recht scheu und lässt sich weder von Fremden noch von Männern anfassen – vermutlich wurde sie ausgesetzt und hat in ihrem jungen Leben nicht allzu viel Gutes erlebt. Falls sie jemand haben möchte … sie ist abzugeben!

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Ich bin schon ein wenig traurig, diese Gegend hier zu verlassen - und bin doch gespannt, wie es im nächsten Revier werden wird!



Ich bin wieder zurück an der Mittelmeerküste. Hinter mit liegen fünf wunderbare Tage praktischer Fasanenjagd.

Das Ganze fand ca. 100 km von Zagreb entfernt statt. Unsere Unterkunft ist einer Erwähnung würdig, denn sie ist ganz auf den Geschmack von Jägern eingestellt: Die Wände des Restaurants mit Geweihen und präparierten Tieren dekoriert, das Gästehaus rustikal, naturverbunden und malerisch von Bäumen umsäumt in einem 50-Seelen-Dorf gelegen.

Die Natur-Nähe führte allerdings auch dazu, dass sich hier nicht nur – wie erhofft – zahlreiche Fasane, Rebhühner und Wachteln in der Umgebung fanden, sondern sich leider auch eine bestimmte Wanzenart in unseren Zimmern tummelte. Ich bin zwar tierlieb, aber der Anblick der krabbelnden Insekten in meinem Bett, auf meinen Koffern und Kleidern war schon ein wenig "gewöhnungsbedürftig"…

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Für einige Tage hielten wir die Unterkunfts-Bedingungen aus, indem ich einfach nicht so ganz genau hinschaute... Gott-sei-Dank waren die Tierchen trotz Massenvorkommen harmlos.

Das Gelände in dieser Landesecke war anders strukturiert, als unser bisheriges Trainings-Terrain. Es fanden sich zahlreiche kleine Bauernhöfe und kleine Feldwirtschaften;  auf vielen Parzellen stand noch teilweise der Mais, der allerdings - im Gegensatz zu Deutschlands Maisanpflanzungen - großteils recht licht war, so dass man durchaus mit dem Hund hindurchgehen konnte.

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Dazwischen gab es zahlreiches Brachgelände, auf dem z.T. schulterhohes Altggras wuchs. Hecken, die von Bäumen und Büschen mit darunterliegendem Dornengewächs gebildet wurden, rundeten das Bild ab.

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Das Vorkommen von Fasanen in dieser Gegend war tatsächlich außergewöhnlich. Bereits morgens hörte man Fasane rufen und wenn man sich in das Suchengelände begab, liefen die Tiere sichtig am Straßenrand umher. Es war nicht ungewöhnlich, dass aus einem Buschwerk 15-20 Fasane aufstiegen.

achtung fasanHier hatte das Straßenschild "Achtung – Fasane kreuzen" tatsächlich seine Berechtigung.

Ich brauchte 2 Tage, um mich auf die neue Situation einzustellen. Überall wimmelte es geradezu vor Fasanen, jedoch machte die dichte Vegetation es anfänglich unmöglich, korrekt mit meinen Hunden zu arbeiten. In dem dichten Bewuchs konnte ich weder Darci noch Tiia sehen, wusste nicht, wo sie sich befanden, noch ob sie vorstanden oder gar die Fasane herausstießen.

Schließlich band ich meinen Mädels in allen Gängen ein Glöckchen um, in der Hoffnung, sie rechtzeitig in Vorstehposition zu finden, wenn das Geläut verstummte.

In den ersten Tagen gelang mir dies nicht immer, doch nach Wechsel des Geländes kamen wir auch in einige Abschnitte, die übersichtlicher waren, so dass ich schneller die Hunde erreichen konnte, wenn sie tiefgeduckt einen Fasan anzeigten.

Es war jedes Mal ein spannender Augenblick für mich, wenn ich an den vorstehenden Hund herantrat, mit ihm nachzog und dann ein Fasan mit lauten Getöse aufstieg. Wurde der Vogel zur Strecke gebracht, durften die Hunde ihn apportieren. In manchen Fällen eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, wenn der Fasan sich tief in das dornige Gestrüpp eingeschoben hatte und die Hunde ihn herausarbeiten mussten.

Darci war anfänglich sehr konzentriert bei der Sache, sehr gehorsam und arbeitete sehr souverän. Im Verlauf der Tage wurde sie ein wenig schusshitzig und ich musste ihr hier und da klarmachen, dass der Flintenschuss nicht das Signal zum Hetzen ist.

Für Tiia war diese praktische Jagd Neuland und ich merkte der jungen Hündin an, dass auch sie sich erst einmal auf den dichten Bewuchs einstellen musste. Zog es sie anfänglich noch in die offenen Bereiche (weil sie hier schneller rennen konnte), war sie nach einigen Tagen bereit, die Hecken und das dichte Buschwerk anzunehmen, weil sie begriff,  dass hier das Wild saß.

So gelangen ihr in den letzten Trainingstagen sehr schöne Vorstehaktionen und auch der Apport wurde zunehmend besser und sicherer. Insgesamt kann ich notieren: wir haben (Dank unserer sicheren Schützin Ronni) Beute gemacht.

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Viel zu schnell vergingen die Tage mit unseren Hundefreunden. Schön wars: nette Gesellschaft, traumhaft schönes, sonniges Wetter mit Temperaturen um die 24°C und dazu die Arbeit mit den Hunden - einfach super!

Doch so langsam naht nun das Ereignis, auf das wir die ganze Zeit hintrainiert haben: die Jagd-Weltmeisterschaft.

Ob das viele Training was genutzt hat? Die Spannung stiegt ...



Die Eröffnung (24.10.2013)

Heute wurde die 35. Jagd-Weltmeisterschaft offiziell eröffnet.

Mittags war gemeinsame Abfahrt aller Beteiligten quer durch die Großstadt Zadar bis zum Sammelpunkt in der Nähe der Altstadt, die direkt am Meer liegt. Hier wurden die einzelnen Nationen, bzw. Mannschaften, die an der WM teilnehmen, vorgestellt. Insgesamt nehmen Hundeführer aus 24 verschiedenen Ländern an diesem internationalem Event teil (Angaben ohne Gewähr).

Impressionen dieses Tages:
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Team Germany:

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2. Tag – Mannschaftswertung (25.10.2013)

Es geht los! Heute starten sowohl britische als auch kontinentale Vorstehhunde. Deutschland stellt keine Mannschaft mit kontinentalen Hunden, dafür aber eine vollzählige Mannschaft mit britischen Vorstehhunden.

Die deutschen Teilnehmer sind folgendermaßen eingeteilt:

Gruppe 1 (insgesamt 15 Paare,d.h. 30 Hunde)
Ronni Stelter mit der Gordon Hündin Piper und
Petra Labarre mit der Pointer Hündin Decka

Gruppe 2 (insgesamt 16 Paare, d.h. 32 Hunde)
Carsten Röhre mit dem English Setter Rüden Yellow und
ich mit meiner Gordon Hündin Darci

Der Tag beginnt mit Nebel. Rechtzeitig zu Veranstaltungs-Beginn macht sich Nervosität bei mir bemerkbar, doch ich schaffe es unfallfrei und ohne etwas zu vergessen zum gemeinsamen Treffpunkt. Dieser ist für alle Teilnehmer der Parkplatz einer großen Hotelanlage; in diesem Komplex ist für die Dauer der Veranstaltung auch das Büro des WM-Komitees untergebracht, das zentral alle organisatorischen Dinge der WM regelt. Hier heißt zunächst einmal Warten.

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Unsere Gruppe hat ein Gelände zugewiesen bekommen, das ca. 30 km entfernt von Zadar liegt. Ein ganz schöner Akt (oder soll ich besser sagen Chaos?), die vielen Autos der Teilnehmer passend zusammenzustellen und dann auch noch im Konvoi gemeinsam ans Ziel zu bringen. Es ist auch nicht wirklich hilfreich, dass der Revierführer vornweg rast und wenig Rücksicht darauf nimmt, ob alle folgen können. Doch ich trete aufs Gas und erstaunlicherweise geht niemand verloren.

Als wir ankommen, erwartet und das allgemein verbreitete Altgrasgelände, durchsetzt mit Buschwerk. Der Bewuchs ist sehr nass vom morgendlichen Tau und vom Nebel. ‚Na, das kann ja lustig werden', denke ich mir – bekanntlich lieben Rebhühner trockene Unterstände, lockeren Boden und Sonne. Doch diese lässt sich am Vormittag kaum blicken; dafür steigen die Temperaturen und es ist drückend und warm. Die Windverhältnisse sind zunächst lau.

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Leider ist es nicht möglich, die Hunde der anderen Teilnehmer (der anderen Nationen) arbeiten zu sehen – der Bewuchs ist zu hoch. Die ersten 3 Paare kommen jedoch fast alle recht schnell von ihrem Gang zurück und zu meiner Überraschung erfahre ich, dass sie Wildkontakt hatten – die meisten hatten das Pech, nicht nur eine Kette, sondern 2 oder gar 3 anzutreffen, an denen sich ihre Hunde eliminiert haben. Upps ... damit hätte ich unter den genannten Bedingungen nicht unbedingt gerechnet.

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Das ein oder andere Paar hingegen hat kein Suchenglück und findet kein Wild. Kommt trotz dem Wildreichtum in dieser Gegend vor, doch keiner der Führer beklagt sich. Die meisten zucken lediglich mit der Schulter und machen die Bemerkung "kein Wild" - das war's ...

Was auch vorkommt: Hunde, die sich platzieren (d.h. sie finden erfolgreich Hühner, stehen sie vor, prellen auch nicht nach, als der Schuss fällt (die Hühner werden nicht geschossen)), doch als sie dann einen Kaltapport ausführen sollen, sind sie nicht bereit, zu apportieren. Ich bin ein wenig überrascht, denn eigentlich ging ich davon aus, dass ein Hund, der auf einer Jagd-WM startet, zumindest das können sollte...

Aber offenbar gilt hier: andere Länder, andere Sitten. Die Stimmung in der Truppe ist freundlich-entspannt.



Darci und ich sind erst gegen 14.00 Uhr an der Reihe; unser Partner ist ein English Setter, der von einer Tschechin geführt wird. Rechtzeitig zu Suchenbeginn kommt zwischen den Wolken die Sonne hervor und den Hunden hängt schon die Zunge, als wir sie noch am Band noch etliche Meter bis zum Startpunkt führen müssen. Zumindest weht der Wind passabel.

Darci beginnt schwungvoll und kommt schon in der 5. Minute zum Vorstehen. Ich nehme die Beine in die Hand, um rechtzeitig bei ihr zu sein und einer der Schützen schließt sich mir an, um im Fall der Fälle schießen zu können. Doch Fehlalarm: als ich mit Darci etliche Meter nachziehe, lässt sich weder Rebhuhn noch Fasan blicken. Die Hunde werden neu angesetzt und Darci zieht es kräftig in die Tiefe. Sie kommt einige Schleifen weiter vorn wieder zum Vorstehen. Das gleiche Spiel, leider mit dem gleichen Resultat.

Mir schwant, dass da irgendein Federvieh vor uns herrennt. Kurz und gut: wir schnallen die Hunde erneut und .... ja, Darci steht erneut vor. Wieder geht kein Wild heraus. Das wars somit: unser Einsatz ist beendet, wir sind eliminiert, weil der Hund (Darci) 3 x leer vorgestanden hat. Es ist für mich nur ein schwacher Trost, dass im nachfolgenden Gang die beiden Hunde ebenfalls jeder einmal durch ein Vorstehen anzeigen, dass es hier nach Huhn oder Fasan duftet – mein Hund ist raus.

Schade.



Meinem Mannschaftskollegen mit Yellow geht es leider auch nicht besser. Sie bekommen ein sehr unübersichtliches Geländestück zugewiesen, starten dann auch noch mit Nackenwind und beenden den Gang ohne Wildkontakt.

Die Hunde, die nach ihnen mit der Suche beginnen - dort, wo Yellow und sein Partner aufgehört haben - finden innerhalb von 2 Minuten eine Kette Hühner. Hätte Yellow noch 200 Meter weiter suchen dürfen, dann...  aber hätte, wäre, sollte, könnte – alle Überlegungen sind müßig, wir haben keine Ergebnisse für die deutsche Mannschaft einfahren können.


Es erreicht uns dann jedoch die telefonische Nachricht, dass sich in der anderen Gruppe Ronni mit ihrer Gordon Hündin Piper mit einem Trés Bon platziert hat *Hurra*, *Jubel*, *Freu*!!! Das habt ihr gut gemacht!

Ebenso erfahren wir, dass in dieser Gruppe ein Gordon Setter, der für Frankreich startet, das 1. Exc. mit dem CACIT gewonnen hat: Crumble du Grand Valy.

Da auf der gesamten WM gerade mal 5 Gordon Setter starten (davon kommen 4 aus Deutschland), freut mich als Gordon-Fan diese Nachricht. Wenn britische Vostehhunde auf internationalen Wettbewerben geführt werden, sieht man fast ausschließlich English Setter und Pointer. Irish Setter oder Gordon Setter sind da schon eine Ausnahme.

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Der nächste Tag ist für mich und meine Mädi ein Ruhetag, weil hier die St. Hubert stattfindet. Als deutsche Teilnehmer starten Ronni mit der Gordon Hündin Ondra und Ulla mit der Gr. Münsterländer Hündin Bonna für die Damen und Bernhard mit dem Gordon Rüden William-Wallace für die Herren.


3. Tag – St. Hubert (26.10.2013)

münsterländerHeute steht die praktische Jagd mit dem Hund im Mittelpunkt. Gewertet wird neben der  Leistung des Hundes auch die Leistung bzw. das jagdliche Brauchtum des jeweiligen Hundeführers (Jägers).

Die deutschen Teilnehmer sind in verschiedenen Gruppen (getrennt in Herren und Damen) á 6-7 Jäger eingeteilt. Für Ulla und ihre Große Münsterländerhündin Bonna ist es eine Premiere, während sich Bernhard als alter Hase mit dem Bedingungen auf einer WM sehr gut auskennt.

Ich entschließe mich, die Gruppe um Ronni zu begleiten um zuzuschauen. Wir fahren den gleichen Revierteil an, in dem ich am Vortag unterwegs war.

Dichter Nebel behindert die Sicht, so dass sich der Start der Teilnehmerinnen um ca. 1 Stunde verschiebt.

Erneut ist es so, dass man vom Feldrand aus fast keine Sicht auf das Geschehen hat und wartet, bis Jägerin, Hund, Richter und Revierführer zurückkommen und man dann erfährt, wie es ihnen ergangen ist.


Dann jedoch ergibt sich geländebedingt die Gelegenheit, einen Gang vom Feldrand aus gut mitzuverfolgen: als die Tschechin Vladimira mit ihrem English Setter "Fino Vis Tranquilla" unterwegs ist.


Eine ganz coole Socke, die äußerst ruhig und ohne erkennbare Aufregung startet und ihren Hund mit leisen Gesten und nur ganz wenigen Anweisungen auf dem Gelände führt. Für die zahlreichen Zuschauer gut sichtbar kommt der Setter mitten in der Altgrasfläche zum Vorstehen; die Jägerin tritt mit Bedacht an den Hund heran, der Fasan steigt auf, ein Schuss, ein Treffer. Sauber erlegt!

Der Setter wird zum Apport geschickt und bringt das Wild umgehend zu seiner Führerin. Das war eine tolle Vorstellung – die praktische Jagd mit einem englischen Vorstehhund, wie sie besser nicht sein kann.

Später wird sich herausstellen, dass dies der Meistergang war, denn diese Jägerin – Dvorakova Vladimira (CZ) – wird Jagd-Weltmeisterin St. Hubert bei den Damen.

Als Ronni startet, wissen wir das natürlich noch nicht. Ich nutze die Möglichkeit, dem Richtergespann als Zuschauerin zu folgen. Interessanterweise haben auch andere Leute die gleiche Idee, so dass letztendlich neben der Schützin mit ihrem Hund, den zwei Richtern und dem Revierführer auch noch ca. 10 Zuschauer mit im Feld unterwegs sind. Reichlich Leute demnach, doch man hört keinen Laut, jeder ist still, um die Jägerin und ihren Hund nicht zu stören.

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Ich hätte nie gedacht, dass das Zuschauen so spannend sein kann. Sobald Ondra zum Vorstehen kommt, halte ich unwillkürlich die Luft an und bete, dass doch da bitte, bitte, bitte ein Fasan nun so passend aufsteigen möge, damit Ronni ihn erlegen kann. Ich halte ganz fest die Daumen und fiebere mit, doch es nutzt nichts.

RonniObwohl Ondra mehrmaliges erfolgreiches Vorstehen sowohl an verschiedenen Fasanen als auch einmal an einer Kette Hühner zeigen kann, ist es situationsbedingt der Schützin nicht vergönnt, das Wild zu erlegen. Oh Mann! So ein Pech!

In dieser Prüfung kann zwar niemand durchfallen, es werden jedoch für diverse Fächer Punkte vergeben und für das Fach "Beute machen" (ich nenne das mal hier so lax), gibt es nun mal sehr viele Punkte – und die fehlen in diesem Fall.

Aus der anderen Gruppe erreicht uns die Nachricht, dass die Deutschen Teilnehmer ebenfalls kein Glück hatten. Ulla verfehlt einen Fasan, Bernhard hat in seinem Gang kein Wild.

Den Abschluss des Tages bildet eine "Barrage", d.h. ein Stechen zwischen den zwei Erstplatzierten aus den verschiedenen Gruppen um Platz 1 und dann noch zwischen den Drittplatzierten um Platz 3. Zahlreiche Zuschauer verfolgen aufmerksam und interessiert das Geschehen, v.a. als die Vertreterin aus Tschechien und die Vertreterin aus San Marino ihren Parcour absolvieren; es geht immerhin um den Titel "Jagd-Weltmeisterin St. Hubert".

Austragungsort ist ein großflächiges Brachgelände, das mit dichtem Buschwerk durchsetzt ist. Im Hintergrund das Meer und die Berge, das Ganze von der warmen Abendsonne beschienen – ein wunderschöner Anblick und die passende Kulisse für eine WM.




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Am Ende des Tages ergibt sich folgendes Ergebnis für die St. Hubert Damen:

Einzelwertung

1. Platz: Dvorakova Vladimira (Czech Rep)
2. Platz: Stacchini Silvia (San Marino)
3. Platz: Gobbi Paola (Italy)

Teamwertung

1. Platz: Italy
2. Platz: Czech Rep
3. Platz: France


4. Tag – Mannschaftswertung (27.10.2013)

Der letzte Tag bricht an. So langsam bekommen wir alle Routine, was Treffpunkt und Abfahrt angeht. Die Gruppen formieren sich schneller und es sieht nicht mehr ganz so chaotisch aus, wenn die Corona in die Reviere abrückt.

Die Teilnehmer in den Gruppen bleiben die gleichen, sie wechseln jedoch das Gelände und die Richter. Wir sind heute an "den Antennen": ein großräumiges Gelände, in dem die Hunde sich in ihrer Suche ausbreiten können.

revier

Die Bedingungen sind heute leider unglücklich: keine Sonne, kein Wind und als er dann schließlich am Vormittag geringfügig auflebt, dreht er ständig. Erst gegen Nachmittag wird er etwas konstanter.

Erneut haben Darci und ich die Startnummer 12. Dies bedeutet, dass wir lange warten müssen, bis wir an der Reihe sind. Insgesamt starten heute wieder 16 Paare in der Gruppe und es wird ein langer Tag. Darci und ich haben einen English Setter zugelost bekommen, der für Kroatien startet.

Die Richterin begrüßt uns freundlich mit Handschlag und gibt uns unser Suchengelände frei: niedrige Maisstoppeln, gefolgt von einem Grünschlag und weiter voraus lichtes Altgras. Alles schön flach und übersichtlich und so gar nicht das Gelände, in dem wir die ganze Zeit trainiert haben.

gelände

Darci startet mit einer Schleife nach rechts und wendet an der kleinen Hecke gleich mal falsch *mehr-Konzentration-bitte*. Die erste Minute ist gerade mal abgelaufen, als sie zu einem Vorstehen kommt. Der English Setter stellt sich neben sie, der Führer ist fair, leint seinen Hund an, so dass ich kann mit Darci nachziehen kann. Kein Wild.
Es geht weiter und schon wieder wendet Darci rechterhand falsch. Außerdem reagiert sie auf die Pfeife des anderen Führers und wendet sofort, wenn er seinen Hund dirigiert. Ich bin irritiert - das kenne ich gar nicht von meinem Mädi…

Kurze Zeit später kommt der English Setter ca. 100m vor uns zum Vorstehen; Darci befindet sich auf der rechten Seite des Feldes und zeigt ihrerseits fast zeitgleich ebenfalls ein eindeutiges Vorstehen. Ich bin angespannt: werden nun Hühner fliegen oder ist das ein Vorstehen ohne Resultat?

apportAuf meinem Weg zum Hund sehe ich, dass der English Setter sein Vorstehen aufgibt und der Führer ihn anleint. Offensichtlich kein Wild. Als ich bei Darci ankomme, ziehen wir zügig nach – nichts tut sich. Noch ein Schritt – kein Rebhuhn zu sehen. Ein weiterer Schritt -  und dann …. ca. 20 Meter vor uns steigt eine Kette Hühner auf. Sie fliegen, fliegen und fliegen … und es fällt kein Schuß!!! Erst als ich Richtung Schütze rufe, reagiert dieser und schießt in die Luft (hinterher sagt er mir, dass ihm die Sicht durch die kleine Hecke versperrt war). Uff, das wäre geschafft.

Als wir zu den Richtern zurückkehren, wird sofort der Kaltapport durchgeführt. Das klappt mit Darci einwandfrei und ich gehe mit etwas gemischten Gefühlen zum Auto zurück. Irgendwie hat die Hündin in ihrer Suche nicht das gezeigt, was ich von ihr gewohnt bin.

Spät am Nachmittag ist noch der Wasserapport abzulsolvieren. Er findet an einem kleinen Teich statt, der im Durchmesser ca. 30 Meter hat. Wie bei internationalen Wettbewerben üblich, wird eine tote Ente sichtig für den Hund ins Wasser geworfen, dabei in die Luft geschossen und der Hund soll anschließend die Ente dem Führer bringen. Liest sich einfach (sofern der Hund im Apport tatsächlich durchgearbeitet ist), erweist sich jedoch für den ein oder anderen, der sich heute platziert hat, als schwierige Aufgabe.

Ich habe für mein Empfinden an diesem Wasserloch lediglich 2 Hunde korrekt apportieren gesehen und kann guten Gewissens sagen: einer davon war meiner. Die Richterin, die unmittelbar hinter mir steht, sagt, als Darci ihre Arbeit beendet hat: „das ist ein deutscher Apport“. Was sie damit meint, kann ich sehen, als andere Hunde die tote Ente apportieren sollen: der ein oder andere Führer hat große Mühe, seinen Hund ins Wasser zu bekommen und als dieser dann (nach vielem Rufen, Schreien, Pfeifen, Trillern e-n-d-l-i-c-h!!!!) im Wasser ist, die Ente greift, seinem Besitzer bringt, klatscht er sie ihm vor die Füße. Einen ordnungsgemäßen Apport stelle ich mir anders vor. Aber das ist wohl persönlicher Anspruch.

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Das Ergebnis für unsere Arbeit lautet am Ende des Tages: Trés bon.

Ein nettes Resultat und das Schönste daran sind die herzlichen Glückwünsche meiner Mannschaftkameraden.  Leider schafft es kein weiterer Hund aus unserem deutschen Team sich zu platzieren. Piper hat kein Wild, Yellow ist eliminiert, weil sein Partner Wild geworfen hat und Deka hat nicht sekundiert. Ich hätte es jedem von ihnen vom Herzen gegönnt, sich zu platzieren, um dadurch die deutsche Mannschaft weiter nach vorn zu bringen.

Die Zusammenfassung der Ergebnisse für die deutsche Mannschaft sieht am Ende der WM so aus:

Ronni Stelter mit der Gordon Hündin Piper - Trés bon
Lidija Vida mit der Gordon Hündin Darci - Trés bon

Insgesamt waren Mannschaften (mit britischen Vorstehhunden) aus 15 Nationen an den Start gegangen. Das deutsche Team erringt mit der o.g. Platzierung immerhin den 5. Rang.

Nationenwertung:

1. Italien
2. Schweiz
3. Frankreich
4. Schweden
5. Deutschland

Gar nicht übel ...


Abschluss

Es ist an der Zeit, dieses Tagebuch zu schließen. Ich tue es nur widerstrebend, denn die vergangenen Tage vor und während der WM waren wunderbar. Ich wäre zu gern noch länger geblieben. Nach Hause nehme ich viele bunte Eindrücke mit und vor meinem geistigen Auge sehe ich immer noch meine Gordons in der warmen Sonne Kroatiens über die Felder fliegen, auf der Suche nach Rebhuhn & Co.

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